Zwei Türen, Frontantrieb und ein auffälliger Auftritt - das haben der Mégane Renault Sport und der Alfa Romeo GT 3.2 gemeinsam.

Charakterlich weisen der 224 PS starke Franzose und der 240 PS starke Italiener jedoch erhebliche Unterschiede auf.

Rundenzeit Kleiner Kurs Hockenheim

Beide Autos könnten mehr, als sie gezeigt haben. Der Alfa Romeo GT 3.2 leidet unter seiner Abstimmung. Obwohl das Set-up des Italieners so straff ausgefallen ist, dass der Komfort auf der Strecke bleibt, taugt es nur bedingt zur sportlichen Fortbewegung. Zwar lenkt der GT präzise ein. Dann dominiert jedoch notorisches Untersteuern. Der Mégane Renault Sport gibt sich trotz der insgesamt komfortableren Abstimmung deutlich agiler und verfügt über eine bessere Traktion. Dass er in Hockenheim dennoch nicht wirklich auf Touren kommt, liegt am nicht vollständig deaktivierbaren ESP. Ab 50 km/h mischt das System wieder mit.


AUF DEN PUNKT GEBRACHT

Alfa-Fans wird eine gewisse Nachsicht gegenüber dem Scudetto nachgesagt. Diese sollten sie auch im Fall des Alfa Romeo 3.2 GT üben. Denn nüchtern betrachtet hält der Italiener nicht, was sein ansehnliches Äußeres und sein aus den GTA-Modellen bekannter Sechszylinder-Motor versprechen – dies gilt für Rennstrecke und Alltag gleichermaßen. Die Fahrwerksabstimmung ist ausgesprochen unharmonisch geraten, der Frontantrieb mit der zu Gebote stehenden Leistung überfordert. Und der Wendekreis des GT stünde einem Panzerspäh-wagen auch besser zu Gesicht als einem Sport-Coupé. Hinzu kommt, dass der Alfa fast 15.000 CHF teurer ist als der Mégane Renault Sport, der fast alles besser kann. Er geht trotz des nicht deaktivierbaren ESP agiler ums Eck, verfügt über eine bessere Traktion, eine präzisere Lenkung und eine zupackendere Bremsanlage. In der Qualitätsanmutung ist der Renault dem Alfa Romeo gleichfalls überlegen. Einzig die spürbaren Antriebs-einflüsse in der Lenkung trüben das ansonsten rundum überzeugende Gesamtbild.

Quelle: Sport Auto