Renault im Focus: Großer Preis von Deutschland

„Wir haben noch einige gute Ideen”

Mit dem Großen Preis von Deutschland startet die Formel 1 auf dem Hockenheimring in die zweite Saisonhälfte. Für das Team Renault F1 haben Fernando Alonso und Nelson Piquet jr. den Renault R28 in der Vorwoche auf der Strecke getestet und dabei erkennbare Fortschritte erzielt. Teammanager Steve Nielsen: „Wir werden sehr gut vorbereitet zum Rennen kommen.”

Der 4,574 Kilometer lange Hockenheimring, nach einem Jahr Pause wieder Austragungsort des Großen Preises von Deutschland, lebt vor allem von seiner einzigartigen Stadionatmosphäre. Wenn die Piloten in das vollbesetzte Motodrom einbiegen, bekommen selbst viele Routiniers immer noch eine Gänsehaut. Was die Strecke mit 62 Prozent Vollgasanteil und einem Topspeed von über 310 km/h noch auszeichnet, sind gute Überholmöglichkeiten aus dem Windschatten heraus.

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Wertvolle Punkte

Beim Regenrennen in Silverstone kam Fernando Alonso im Renault R28 zuletzt nach einer viel versprechenden Startphase auf dem sechsten Platz ins Ziel. Im Vertrauen auf eine Wetterbesserung hatte das Team beim ersten Boxenstopp darauf verzichtet, den Spanier mit neuen Intermediates zurück auf die Strecke zu schicken. Als der Regen entgegen aller Voraussagen noch stärker wurde, hatte er keine echte Chance mehr im Kampf um die Spitzenplätze. Der zweifache Weltmeister nahm’s gelassen. „Wir wussten, dass alles passieren kann, wenn es regnet”, sagte er. „Natürlich hätten wir ein besseres Ergebnis erzielen können, aber auch die drei Punkte sind wichtig für die Meisterschaft.”

Sein Teamkollege Nelson Piquet jr. kam nicht ins Ziel, trotzdem sah auch er eine positive Entwicklung. „Das Auto war gut und wir haben gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sein können”, meinte der Brasilianer, Sohn des dreifachen Ex-Weltmeisters Nelson Piquet. Renault F1-Teamchef Flavio Briatore gab sich trotz der guten Ansätze selbstkritisch: „Wir waren nicht in der Lage, das Maximum aus unseren Chancen zu machen. Wir müssen jetzt sicherstellen, dass wir auf dieses Potenzial in der zweiten Saisonhälfte aufbauen.”

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Konstante Leistungen

Bei der Rückkehr nach Hockenheim erwartet die Equipe Jaune keine leichte Aufgabe. Das sieht auch Teammanager Steve Nielsen. „Die Strecke ist hart zu den Reifen und auch hart für die Bremsen”, kommentierte er. „Immerhin kann man überholen, es könnte also ein schönes Rennen werden.” Unterstützt wird sein Optimismus von den Fortschritten, die das Team beim Testen in Hockenheim gemacht hat. „Wir haben viele Daten sammeln können und sind für das Rennen gut gerüstet”, meinte Fernando Alonso, der allein am letzten Testtag 115 Runden absolvierte und dabei auf die sechstschnellste Zeit kam. „Wir waren auch deutlich konkurrenzfähiger, haben das Auto also auf jeden Fall in die richtige Richtung entwickelt.”

In der zweiten Saisonhälfte will Renault F1 mit konstanteren Leistungen einen weiteren großen Schritt nach vorne machen. Das Ziel, so Teammanager Steve Nielsen, müsse der vierte Platz in der Konstrukteurswertung sein, und dieses Ziel könne man trotz der augenblicklich zehn Punkte Rückstand auch erreichen: „Wenn wir unsere Möglichkeiten nutzen und normal punkten, dann sollte das zu schaffen sein.” Für Hockenheim verspricht er sich allein schon durch ein neues Aerodynamik-Paket zweieinhalb Zehntelsekunden Zeitgewinn pro Runde.

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Wichtige Rolle

Eine wichtige Rolle bei der Aufholjagd von Renault F1 soll Fernando Alonso spielen. „Es ist toll, jemanden wie ihn im Team zu haben”, sagt Renault F1-Chefingenieur Alan Permane. „Er hat bisher einen tollen Job gemacht, nicht nur in den Rennen, sondern auch bei der Entwicklung des Autos. Es ist alles etwas einfacher, wenn ein Fahrer weiß, was er will und wie er es erreichen kann. Damit bringt er das gesamte Team weiter.”

An der nötigen Motivation fehlt es dem zweifachen Weltmeister nicht. Und offensichtlich hat auch das Team noch das eine oder andere As im Ärmel. Fernando Alonso jedenfalls meinte nach den Tests in Hockenheim: „Wir haben noch einige gute Ideen, was wir am Rennwochenende ausprobieren können.”